Wie Vitamin D unsere Psyche beeinflusst

Wie kann das durch Sonnenlicht gebildete Vitamin D unsere psychische Gesundheit beeinflussen? Und was passiert, wenn wir nicht genug davon bekommen? In diesem Artikel erfährst du, wie ein Vitamin D mit Depressionen zusammenhängt und was du tun kannst, um dich davor zu schützen.

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Was ist Vitamin D?

Vitamin D wird umgangssprachlich oft als Sonnenhormon bezeichnet, denn 1. Ist es streng genommen kein Vitamin sondern ein Hormon und 2. Kann es unser Körper mithilfe von ausreichend Sonnenstrahlung (UV-B) selbst produzieren. Nur ein sehr geringer Teil des Vitamin D Bedarfs wird über die Nahrung gedeckt. Gerade deswegen kann es in unserem wenig sonnigen Deutschland oft zu einem einem Vitamin D Mangel kommen.

Wie wirkt Vitamin D auf unser Gehirn?

Vitamin D sorgt nicht nur für starke Knochen und ein gutes Immunsystem, sondern spielt auch eine zentrale Rolle in unserem Neurotransmitterstoffwechsel. Es steuert eins der wichtigsten interzellulären Antioxidantien, das Glutathion, welches unsere Nervensystem vor freien Radikalen schützt.

Zudem reguliert Vitamin D die Freisetzung von Serotonin und beeinflusst die Synthese von Dopamin und Noradrenalin. Diese Botenstoffe sind zentral für das Erleben positiver Gefühle und könnten so den Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen wie bspw. Depressionen erklären.

Vitamin D & Depressionen

Studien belegen, dass Menschen mit depressiven Symptomen häufiger einen niedrigen Vitamin D Spiegel aufweisen als die Allgemeinbevölkerung. Einige Studien zeigen nur einen schwachen Zusammenhang. Andere zeigen jedoch, dass ab einem gewissen Spiegel das Risiko an einer Depression zu erkranken etwa doppelt so hoch ist. Vor allem mit der sogenannten Winterdepression ist Vitamin D assoziiert. Logisch, denn vor allem in den dunklen Monaten ist es dem Körper nicht möglich, genug Vitamin D zu produzieren.

Zudem konnten Zusammenhänge zu anderen psychischen Leiden gezeigt werden. Darunter:

  • allgemeine Schlaf- und Konzentrationsprobleme
  • Schizophrenie
  • Sexuelle Funktionsstörungen & Unfruchtbarkeit
  • Demenzerkrankungen, speziell Alzheimer
  • Sowie zahlreiche weitere somatische Erkrankungen

Aus diesen Gründen werden bei (schweren) Depressionen und anderen psychischen Erkrankungen in immer mehr Kliniken ergänzende Nährstofftherapien mit Vitamin D angeboten.

Was soll ich tun?

Du kannst darauf achten, täglich je nach Hauttyp 10-20 Minuten ohne Sonnencreme draußen Sonnenlicht zu tanken. Grundsätzlich ist es auch sinnvoll durch ein Blutbild abklären zu lassen, wie hoch dein Vitamin D Spiegel ist. Da der Großteil der Deutschen einen Mangel aufweist ist es sehr wahrscheinlich, dass auch du davon betroffen bist. In diesem Fall kann es sinnvoll sein, vor allem im Winter, Vitamin D zu supplementieren.

Jedoch kann eine Nährstofftherapie eine Psychotherapie nicht ersetzen. Solltest du unter schweren psychischen Problemen leiden, wende dich zunächst an einen Experten und besprich mit diesem einen möglichen Therapieplan. Befindest du dich bereits in Therapie und hast das Gefühl, dass deine Symptome nicht besser werden, kann eine ergänzende Nährstofftherapie sinnvoll sein.

Viel Spaß beim Sonne tanken! Deine Sophie 😊

Quellen

Anglin, R. E. S., Samaan, Z., Walter, S. D. & McDonald, S. D. (2013). Vitamin D deficiency and depression in adults: systematic review and meta-analysis. British Journal of Psychiatry, 202(2), 100–107. https://doi.org/10.1192/bjp.bp.111.106666

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Ganji, V., Milone, C., Cody, M. M., McCarty, F. & Wang, Y. T. (2010). Serum vitamin D concentrations are related to depression in young adult US population: the Third National Health and Nutrition Examination Survey. International Archives of Medicine, 3(1), 29. https://doi.org/10.1186/1755-7682-3-29

Hoogendijk, W. J. G., Lips, P., Dik, M. G., Deeg, D. J. H., Beekman, A. T. F. & Penninx, B. W. J. H. (2008). Depression Is Associated With Decreased 25-Hydroxyvitamin D and Increased Parathyroid Hormone Levels in Older Adults. Archives of General Psychiatry, 65(5), 508. https://doi.org/10.1001/archpsyc.65.5.508

Stewart, A. E., Roecklein, K. A., Tanner, S. & Kimlin, M. G. (2014). Possible contributions of skin pigmentation and vitamin D in a polyfactorial model of seasonal affective disorder. Medical Hypotheses, 83(5), 517–525. https://doi.org/10.1016/j.mehy.2014.09.010

Wilkins, C. H., Sheline, Y. I., Roe, C. M., Birge, S. J. & Morris, J. C. (2006). Vitamin D Deficiency Is Associated With Low Mood and Worse Cognitive Performance in Older Adults. The American Journal of Geriatric Psychiatry, 14(12), 1032–1040. https://doi.org/10.1097/01.jgp.0000240986.74642.7c

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